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„Una resa senza condizioni“ – Eine bedingungslose Kapitulation. Für eine Architektur(-geschichte) vom Standpunkt der Arbeiterklasse

Matteo Trentini

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Abstract

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I. Contropiano: politisches Projekt und intellektuelles Projekt

II. Ideologiekritik und historiographisches Projekt

III. Ideologiekritik und Rationalisierung

IV. Architektur als Beruf: Bedingungslose Kapitulation

V. Désenchantement au pouvoir

In seinem Aufsatz verortet Matteo Trentini die Gründung der Theoriezeitschrift Contropiano 1968 in der marxistischen Diskussion in Italien und skizziert die radikalen Schlussfolgerungen der Redaktion.

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„Una resa senza condizioni“ – Eine bedingungslose Kapitulation. Für eine Architektur(-geschichte) vom Standpunkt der Arbeiterklasse

Matteo Trentini

„Non esiste superamento delle contraddizioni“ / „Widersprüche lassen sich nicht überwinden“

Massimo Cacciari: „Sulla genesi del pensiero negativo“, in: Contropiano, Nr. 1, 1969


„Ebenso wie es keine politische Ökonomie der Arbeiterklasse geben kann, sondern nur eine Kritik der politischen Ökonomie vom Standpunkt der Arbeiterklasse aus, kann es auch keine Ästhetik, keine Kunst, keine Architektur der Arbeiterklasse geben, sondern nur eine Kritik der Ästhetik, der Kunst, der Architektur und der Stadt vom Standpunkt der Arbeiterklasse aus“.1 Dies schreibt der Architekturhistoriker Manfredo Tafuri als Resümee in Progetto & Utopia. Architettura e sviluppo capitalistico, zuerst in Italien 1973 erschienen und dann, unter anderem, 1977 unter dem Titel Kapitalismus und Architektur. Von Corbusiers „Utopia“ zur Trabantenstadt2 auch ins Deutsche übersetzt. Die deutsche Übersetzung des Untertitels erscheint jedoch irreführend oder zumindest lückenhaft, wenn man die gesamte historiographische Bandbreite von Tafuris Text berücksichtigt. Der römische Historiker betrachtet hier die gesamte Entwicklung der architektonischen Moderne, das „‘Drama der Architektur‘, das ihn zwingt, einen fortschreitenden Bedeutungsverlust des Projekts als Instrument der Rationalisierung zu konstatieren – oder, wie Tafuri in der Einleitung seines Aufsatzes schreibt, als Instrument, das es ermöglicht, „die Angst durch Erkenntnis und Verinnerlichung ihrer Ursachen zu überwinden“.3 Abgesehen vom grundlegenden Wert dieses Aufsatzes für das Verständnis des historiographischen Œuvres des römischen Historikers, muss darauf hingewiesen werden, dass der Aufsatz von 1973 tatsächlich die Weiterentwicklung eines Textes ist, den Tafuri bereits 1969 in der marxistischen Zeitschrift Contropiano veröffentlicht hatte. 


I. Contropiano: politisches Projekt und intellektuelles Projekt

#Hochschulreform

#Studierendenbewegung

Gegründet von dem Literaturhistoriker Alberto Asor Rosa und den Philosophen Massimo Cacciari sowie Antonio Negri, entstand Contropiano in der ersten Hälfte des Jahres 1968, auf dem Höhepunkt der sogenannten „anni ruggenti“4 (also der „brüllenden Jahre“), als von Seiten der italienischen Linken lautstark die Notwendigkeit vertreten wurde, politische Konflikte mit einer vertieften intellektuellen Reflexion zu verbinden. Das Projekt Contropiano entsteht auf dieser Grundlage und vertieft die Ansätze der bereits früher erschienenen Zeitschriften wie Quaderni Rossi, Classe Operaia und Angelus Novus. Contropiano übernimmt es nun, die politische Reflexion auszuweiten hin zu einer präzisen Analyse der Rolle der intellektuellen Arbeit im Gefüge eines modernen neo-kapitalistischen Systems. 

Die Gründung der Zeitschrift fällt in eine Zeit der größten politischen Konflikte, die sich jemals in Italien ereigneten und sich sehr bald aus der Welt der Arbeiter*innen auch in das studentische und universitäre Umfeld ausdehnten. Bereits 1958 waren in Italien die ersten Universitäten besetzt worden, ausgehend von den Protesten gegen die Einführung eines Staatsexamens für Architekten an der Architekturfakultät in Rom, an denen auch Manfredo Tafuri5 aktiv beteiligt war. Die römische Fakultät erlebte dann 1963 die längste Besetzung einer italienischen Fakultät vor den schicksalshaften 1968er Jahren. Mit dem Ziel, eine tiefgreifende und radikale Veränderung des Lehrangebots durchzusetzen, das sich damals noch auf Bauformen und Lehrkräfte des Faschismus stützte, nahm eine Gruppe von Studierenden und jungen Akademiker*innen die gesamte Fakultät sechzig Tage lang in Besitz. Die Universitätsleitung reagierte darauf, indem sie einige der bekanntesten Protagonisten des Diskurses jener Jahre nach Rom berief, darunter den Architekturhistoriker Bruno Zevi und den römischen Architekten Ludovico Quaroni, der zuvor in Florenz tätig gewesen war.

Nach diesen Ereignissen in Rom verschmolz die universitäre Protestbewegung sehr bald mit den zahlreichen Konflikten des Landes, bei denen die typischen Forderungen aufeinanderprallten, die mit der Affirmation eines neuen Produktionsmodells verbunden waren – Arbeitslohn, Rechte der Arbeiter*innen, Arbeitsbedingungen, Gesundheitsschutz –, und allgemeiner die Forderung erhoben wurde, die republikanischen Werte zu verteidigen, die durch den vermeintlichen Verrat des kulturellen Erbes der Widerstandsbewegung gefährdet waren. Gleichzeitig begann sich ein Abflauen des Wirtschaftswunders abzuzeichnen – in einem Land, das ab 1963 offiziell in eine Phase der Rezession eintrat, wodurch sich die politischen Spannungen noch zusätzlich verschärften. Es war unvermeidlich, dass die verbreiteten Konflikte sehr bald auch die akademische Welt erreichten, die sich damals, wie das gesamte Land, in einer Phase tiefgreifender Veränderung befand. 

Im Biennium 1967/68 war universitäre Bildung in Italien dann bereits ein Massenphänomen geworden: Die Zahl der regulär immatrikulierten Studenten und der über die Regelstudienzeit hinaus Studierenden betrug rund eine halbe Million, was einem Anteil von circa 13,4 Prozent der Jugendlichen entsprach. Allein im Jahr 1967 schrieben sich an den 16 Universitäten des Landes 140.000 neue Studierende ein, rund 20.000 mehr als im Vorjahr.6 Aufgrund dieses exponentiellen Wachstums der Studierendenzahlen schlug die christdemokratische Regierung ein Reformprojekt vor, das parallel zu den klassischen Studiengängen die Einrichtung von weniger qualifizierenden „Diplomkursen“ vorsah, um die traditionellen Kurse zu entlasten. Außerdem wurde diskutiert, die universitäre Selbstverwaltung so zu modifizieren, dass die studentischen Vertreter*innen in den Entscheidungsorganen der einzelnen Fakultäten nur noch rein symbolisch präsent gewesen wären.7

Auf diese Problematik und andere an italienischen Universitäten verbreiteten Schwierigkeiten – Baronat, mangelnde Infrastruktur, Absentismus – reagierten die Studierenden mit einer Welle von Protesten, die bald wie ein Lauffeuer das gesamte Land erfassten. Bereits am 19. April 1967 folgten die Studierenden der venezianischen Architekturfakultät (Istituto Universitario di Architettura di Venezia, IUAV), die damals als „die fortschrittlichste [Fakultät] von Italien“ und „historische Erbin der antifaschistischen Tradition und des Movimento Moderno“8 galt, ihren Kommiliton*innen der Fakultät für Soziologie in Trient und der Architekturfakultät des Polytechnikums von Mailand und besetzten ihre Fakultät bis zum 21. Juni. Dann räumte die Polizei aufgrund eines Berichts rechtsorientierter Studierenden und ohne Wissen des Direktors Giuseppe Samonà die Fakultät.9 Als Reaktion auf die Reformvorschläge des Ministeriums, die den experimentellen Charakter der venezianischen Schule zerstört hätten, organisierten die Studierenden und einige künftige Mitarbeiter von Contropiano gegen Ende des Jahres 1967 – zeitgleich mit der Vorbereitung der ersten Ausgabe der Zeitschrift – in den Aulen der venezianischen Fakultät eine Debatte über die Rolle der Studentenbewegung innerhalb der universitären Kämpfe. Als Antwort auf die Forderungen der Studierenden von 1967 organisierte der Lehrkörper der IUAV im Februar 1968 eine Seminarreihe, um die Grundlagen für eine Reform der Lehre an der venezianischen Universität zu erarbeiten.10 Da die Studierenden, die Rahmenbedingungen der Diskussion für inakzeptabel hielten, beschlossen sie die Initiative der Professoren zu boykottieren und besetzten am 2. März die Fakultät – einen Tag nach Besetzung der Architekturfakultät von Rom.

Genau wie das Treffen im Herbst 1967 den Studierenden die Möglichkeit bot, den Versuch anzuprangern, die Instrumentalisierung der Institution Universität innerhalb der umfassenden kapitalistischen Umgestaltung zu kaschieren,11 erlaubten die internationalen Ereignisse von 1968 der Gruppe von Contropiano ihr Tätigkeitsfeld auszuweiten auf die wiedergewonnene zentrale Stellung der Arbeiter*innenschaft innerhalb der verschiedenen aufeinander folgenden Konflikte in Europa – und nicht nur dort. Diesem vermeintlich bevorstehenden Ausbruch einer weiterverbreiteten revolutionären Welle widmete die Zeitschrift zwei Artikel von Francesco Dal Co und Alberto Asor Rosa, die nacheinander in der zweiten und dritten Ausgabe von Contropiano erschienen. 

In „Riscoperta del marxismo e problematica di classe nel movimento studentesco europeo / Wiederentdeckung des Marxismus und Klassenproblematik in der europäischen Studentenbewegung“12 analysiert Dal Co, damals Student an der IUAV, einen kurzen Text von Rudi Dutschke, den Feltrinelli kurz zuvor in Italien publiziert hatte,13 und in dem der deutsche Aktivist eine erste historische Analyse der Gründe für das Entstehen der Studierendenbewegung versuchte. Während Dal Co im ersten Teil des Artikels Dutschkes Aufsatz als historische Rekonstruktion des „passaggio fondamentale“ (also des „maßgeblichen Übergangs“) von der vorkapitalistischen Führung des Produktionssystems hin zu seiner voll entwickelten bourgeois-kapitalistischen Form interpretiert, wird im zweiten Teil die mögliche Bedeutung der historisch-theoretischen Ausarbeitung des deutschen Soziologen für die neuen anti-kapitalistischen Bewegungen in Europa und insbesondere für die Studierendenbewegung, bewertet.

Auch der Beitrag von Asor Rosa,14 der in der folgenden Ausgabe der Zeitschrift erschien, versucht eine erste historische Rekonstruktion des Weges der europäischen Studentenbewegung, deren revolutionäre Kraft und antiimperialistische Einstellung ihr einen möglichen Anschluss an die Befreiungsbewegungen in der so genannten „Dritten Welt“ erlauben würde. Für den Literaturhistoriker ist die Analyse des Entstehens und der Struktur der europäischen Bewegung notwendig für eine erste Verifizierung der Frage, ob die sozialen Organisationen, die damals kämpften, eine tatsächlich revolutionäre Perspektive erreicht hatten. Das mögliche Vorhandensein einer „punto di approccio critico alla società capitalista“15 (also einer „kritischen Annäherung an die kapitalistische Gesellschaft“), die nicht direkt in den Klassenkampf involviert ist, bestätigt nach Meinung des römischen Professors, dass die Intellektuellen – und deshalb auch die Studierenden – zur Stimme der und für die Arbeiter*innen werden müssten. Dies ist wichtig, um die Prämissen zu verstehen, auf die sich das gesamte Projekt Contropiano stützt: Wenn – schreibt Asor Rosa – die Arbeiter*innen klasse eine „stumme“ Klasse sei, weil es ihr unmöglich sei, das notwendige Medium der Kritik zu nutzen (und sie sich deshalb auf die Aktion konzentriere), sei es Aufgabe der Intellektuellen, also auch der Studierenden, die Arbeiter*innen mit dem kritisch-theoretischen Apparat zur Interpretation der aktuellen Ereignisse auszustatten.16 Deshalb kann die Revolte der italienischen Studierenden, die gegen Ende der 1960er Jahre eng mit der Protestbewegung der Arbeiter*innen verknüpft ist, als höchst „intellektuell“ angesehen werden: Auch wenn sie befreit von einer direkten Abhängigkeit des Kapitals ist, das heißt von der Ausbeutung der Arbeit, brach sie im Innern einer höchst „sozialen“ Institution wie der Universität aus, in deren Innerem die Unterwerfung der intellektuellen Arbeit unter die Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen Produktion jetzt eine offensichtliche Ähnlichkeit mit der Natur der Tätigkeit eines untergeordneten Arbeiters erreicht.

Es ist deshalb kein Zufall, dass in Venedig – dank der unmittelbaren Nähe von Universität und Fabrik – sich vielleicht mehr als anderswo die konkrete Gelegenheit bot, die Aktionen der Intellektuellen und der Arbeiter*innen in einem Experiment zu vereinen, in gewisser Hinsicht einen vereinten Kampf zu führen. An der venezianischen Architekturfakultät gab es nämlich eine Gruppe junger Studierender und militanter Universitätsassistent*innen, die erfahren waren im gemeinsamen Kampf von Studierenden und Arbeiter*innen, dessen Epizentrum sich im Industriezentrum Marghera befand. 

In diesem Kontext politischer Aktivität, auf dem Höhepunkt der Besetzung von 1968, kam Manfredo Tafuri nach Venedig, aufgrund einer direkten Ernennung des Direktors Giuseppe Samonà, der die Freiheit genutzt hatte, die der Status eines „Instituts“ der Fakultät gab und auch Berufungen vornahm.

In Venedig fand der römische Historiker geradezu einzigartige Bedingungen vor: er konnte seine historiographische Arbeit vollkommen unabhängig organisieren und übernahm den Lehrstuhl für Architekturgeschichte, den zwischen 1949 bis 1963 Bruno Zevi innegehabt hatte – auch er direkt von Giuseppe Samonà an die IUAV berufen. Tafuris Aufgabe im historischen Institut konzentrierte sich anfangs auf den Versuch, eine Gruppe zu gründen, die endlich das in die Praxis umsetzen sollte, was in Teorie e storia dell’Architettura / Theorie und Geschichte der Architektur, das im Jahr seiner Ankunft in Venedig erschienen war, als Überwindung der „critica operativa“ beschrieben worden war, wie sie Zevi selbst praktizierte.17 Tafuri berief einige junge venezianische Intellektuelle wie Massimo Cacciari, der kurz zuvor in Padua sein Philosophiestudium abgeschlossen hatte, oder Francesco Dal Co und Marco De Michelis, damals Studenten der IUAV, sowie die römischen Historiker Giorgio Ciucci und Mario Maneri-Elia.

Ab 1968 und mindestens während des gesamten folgenden Jahrzehnts folgte die Arbeit des historischen Instituts in Venedig exakt den Forschungsrichtlinien, die sich damals aus der Erfahrung mit Contropiano entwickelten.


II. Ideologiekritik und historiographisches Projekt

#Ideologiekritik

Es ist in der Tat auf der Achse Contropiano – Institut für Architekturgeschichte von Venedig, auf der die Ideologiekritik zum historiographischen Projekt wird, dessen Ziel es ist, „die genaue Darstellung derjenigen Aufgaben, die der Architektur, bzw. der geistigen Arbeit im allgemeinen durch die kapitalistische Entwicklung entzogen worden sind“,18 zu eruieren – oder, wie es in der Zeitschrift heißt: „[…] distruggere sistematicamente e fin dalle più lontane fondamenta la cultura di classe dell'avversario borghese […] in quanto ‚sistema‘ di dominio intellettuale e di coercizione ideologica di una classe sull’altra / […] die Klassenkultur des bourgeoisen Widersachers bis zu den fernsten Fundamenten systematisch zu zerstören […], in ihrer Eigenschaft als ‚System‘ ideologischen Zwangs und intellektueller Dominanz einer Klasse über die andere“.19

Es wurde also vorweggenommen, was Tafuri in seinem Aufsatz von 1969 in Contropiano schrieb: Das einzige politisch legitime Projekt kann nicht der direkte Versuch sein, eine Gegenkultur der Arbeiterschaft zu schaffen, weil die Kultur eine vollständig bourgeoise Institution ist, sondern eine Kritik der Kultur als bourgeoises Produkt vom Standpunkt der Arbeiterklasse aus. Nur dieser Weg über die Ideologiekritik ermöglicht es, zu einem wirklich revolutionären Prozess zu kommen. Hier wird das politische Konzept der Zeitschrift deutlich, eine „scienza operaia / Arbeiter*innenwissenschaft“ zu schaffen, deren Ziel es sei, die Natur der Klassenbewegung „nel suo complesso / in ihrer Gesamtheit“20 zu verstehen, die in der gleichen kapitalistischen Gesellschaft besteht.21

„Cultura della crisi e crisi storica / Kultur der Krise und historische Krise“22 verschmelzen dank Contropiano in ein breiteres praktisches und theoretisches Wirkungsfeld, in dem alle Disziplinen der modernen intellektuellen Arbeit konvergieren. Im Innern dieses multidisziplinären Feldes nimmt die Architektur als „istituzione che realizza l’ideologia / Institution, die Ideologie generiert“23 zwangsläufig eine zentrale Rolle ein, wenn sie mit absoluter Klarheit die Natur des Projekts als „progetto complessivo di organizzazione della produzione, della distribuzione e del consumo all’interno della città / Gesamtprojekt der Organisation der Produktion, der Verteilung und des Konsums im Innern der Stadt“24 aufdeckt.


III. Ideologiekritik und Rationalisierung

#Ideologiekritik

#Berufspolitik

Wenn also die Entwurfspraxis zum Instrument im Dienste der kapitalistischen Rationalisierung wurde, überrascht es nicht, dass die Kritik der architektonischen Ideologie in Contropiano mit der Analyse der deutschen Architektur des frühen 20. Jahrhunderts begann. Dies ist in der Tat einer der Momente, in denen die Architektur die größte Bereitschaft zeigte, sich zum Instrument der „programmazione e riorganizzazione pianificata / Konzeptplanung und planerischen Reorganisation“25 zu machen, als, wie Werner Sombart schreibt, „la tecnica moderna presuppone l’interesse intensivo del capitalismo / die moderne Technik ein intensives Interesse des Kapitalismus voraussetzte“.26 Im Gegensatz zu anderen Disziplinen wie der Literatur oder der Kunst, lebte die Architektur in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts von dem Widerspruch, gleichzeitig Instrument der Form und der Reform sein zu wollen. Die intellektuelle Tätigkeit des Architekten entwickelte sich für Tafuri zwischen zwei Polen, die anscheinend in Konflikt miteinander standen: sich einerseits „lavoro appunto, non recuperabile, quindi, a un movimento rivoluzionario / eben zur purer Arbeit, nicht verwertbar, also zu einer revolutionären Bewegung“ zu machen, und sich andererseits zur reinen Ideologie zu machen, „uscire cioè dal lavoro produttivo, e di porsi di fronte a questo come coscienza critica / das heißt, aus der produktiven Tätigkeit auszusteigen und sich dieser als kritisches Gewissen entgegenzustellen“.27 Es ist der modernen Architektur nicht bestimmt, eine Außenseiter- oder Gegenposition zum kapitalistischen Produktionssystem einzunehmen, zumal sie mit ihm nicht nur die Formen, sondern, wie im Fall der Avantgarden, auch die Ziele teilt. Jetzt wird die Architektur zum Beruf und geht im allgemeinen Rationalisierungsplan der Stadt und ihrer Organisation auf. Es ist in der Tat der Versuch, dem Wachstum der deutschen Großstadt zu Beginn des Jahrhunderts formal Einhalt zu gebieten, der mit besonderem Nachdruck als die intellektuelle Aufgabe des Architekten erscheint, „ordinare i processi di massificazione del lavoro industriale, razionalizzare attraverso la forma artistico-culturale, il destino semplice della concentrazione metropolitana / die Prozesse industrieller Massenproduktion und die kunstlose großstädtische Agglomeration zu ordnen, durch die künstlerisch-kulturelle Form zu rationalisieren“.28 Ab dem Versuch, „risolvere lo spinoso problema di combinare design creativo e efficienza tecnica / das diffizile Problem zu lösen, kreative Gestaltung und technische Effizienz zu vereinen“,29 mit dem Walter Gropius 1919 die Neugründung des Bauhauses motiviert, beginnt die Ideologiekritik der Architektur in Contropiano

Gropius wird zentrales Thema eines Aufsatzes von Dal Co sein, der von Anfang an das wirkliche Ziel aufdeckt, das die gesamte historiographische Arbeit von Contropiano anstrebt.30 Es ist tatsächlich nicht die Absicht des Textes, nur ein historisches Ereignis zu rekonstruieren, insoweit es wesentlich für die Entwicklung der Architektur des 20. Jahrhunderts war, als vielmehr dieses Ereignis in einen breiteren reflexiven Diskurs über die Affirmation des kapitalistischen Systems und seiner Aneignung der bourgeoisen intellektuellen Debatte einzuordnen, die in diesem besonderen Fall „l’intera Germania come espressione economico-politica pagare ora il prezzo della ‚civilizzazione‘ / ganz Deutschland als ökonomisch-politisches Beispiel ansieht, das jetzt den Preis der ‚Zivilisation‘ bezahlt“.31 In diesem Sinn dient die genaue Analyse der deutschen Architektur der 1920er und 1930er Jahre, und insbesondere der des Bauhauses, als Vorwand für eine umfassendere Reflexion über jenen „processo di maturazione / Reifeprozeß“, der die Architektur als Ergebnis einer „nuova concezione e ridimensionamento del meccanismo stesso della progettazione / neuen Konzeption und Marginalisierung der Rolle des Entwurfs“ darstellt.32

Die Aufgabe der Architektur und der Urbanistik als Disziplinen darzustellen, die bereit sind, die Dysfunktionalität der modernen Stadt zu regulieren, wird dann zentrales Thema eines Aufsatzes von Tafuri sein, in dem „l´opera ‚esemplare‘ dell’edilizia sociale guidata dagli architetti radicali della Repubblica di Weimar / das Paradebeispiel des sozialen Wohnungsbaus der radikalen Architekten der Weimarer Republik“33 als Versuch analysiert wird, das Ungleichgewicht der kapitalistischen Phase zu rationalisieren. Neben der historischen Perspektive untersucht Tafuris Text die Praktiken sozialdemokratischer Verwaltung deutscher Städte als Beispiel für „una reale e totale accettazione del nuovo ruolo dell'architetto come organizzatore di un ciclo economico in cui la dislocazione del tema formale abbia perso tutte le sue antiche valenze di variabile indipendente / eine reale und vollständige Akzeptanz der neuen Rolle des Architekten als Organisator eines ökonomischen Zyklus, in dem die Dislokation des formalen Themas all seine traditionellen Werte als unabhängige Variable verloren habe“.34 Der Architekt ist jetzt endgültig zum „organizzatore del ciclo economico / Organisator des ökonomischen Ablaufs“35 geworden, wie die „elaborati puramente tecnici / rein technischen Entwürfe“ zeigen, die anlässlich der CIAM-Konferenz in Frankfurt 1929 diskutiert wurden. In den von der stattfindenden industriellen Rationalisierung und der konsequenten Tertiärisierung der Produktionsformen überrollten Städten ginge es nicht darum, utopische Szenarien zu entwerfen für einen hypothetischen „neuen Menschen“, schreibt Tafuri, vielmehr müsse „il calcolo economico della produttività della città terziaria, l'ottimizzazione della rete dei trasporti in relazione all'integrazione dei centri produttivi e alla pendolarità della forza lavoro / die ökonomische Berechnung der Produktivität der tertiären Stadt, die Optimierung des Transportnetzes in Relation zur Integration der Produktionszentren und zu den Berufspendlern“36 organisiert werden. Die Architektur wird auf diese Weise von einem Prozess der Professionalisierung überrollt, der sie, genau wie andere Disziplinen, zwingt, „ad essere esercitata in modo specialistico, al servizio […] della conoscenza di connessioni oggettive / sich im Dienst […] der Kenntnis sachlicher Zusammenhänge zu spezialisieren“37. Also Architektur als Beruf: Angesichts des Ausmaßes des stattfindenden Rationalisierungsprozesses ist der Architekt nicht mehr in der Lage, durch den Entwurf die Projektion eines erdachten und erwünschten Szenarios zu leisten, sondern er kann nur sein technisches Wissen zur Verfügung stellen, mit dem Ziel, den Rationalisierungsprozess der Entwicklungsmethoden zu optimieren. 


IV. Architektur als Beruf: Bedingungslose Kapitulation

Angesichts der unvermeidbaren Unterwerfung der eigenen technischen und intellektuellen Kenntnisse unter das umfassendere Produktionssystem, „la salvezza non è più nella ‚rivolta‘, ma nella resa senza condizione / liegt die Rettung nicht mehr in der ‚Revolte‘, sondern in der bedingungslosen Kapitulation“38, wird Tafuri 1970 schreiben. Die bloße „disincantamento del mondo / Entzauberung der Welt“ als Annahme der Bedingungen und Widersprüche der Großstadt ist für Tafuri die einzig ideologisch plausible Haltung für einen modernen Intellektuellen. Ein architektonischer Contropiano, der in der Lage wäre, die Ordnung der kapitalistischen Stadt aus den Angeln zu heben, ist nicht möglich, und jede ideologische Illusion in diesem Sinne seitens der architektonischen Kultur unterstützt – unbewusst oder auch nicht – das Fortschreiten des Kapitalismus. Was bei oberflächlicher Betrachtung wie ein Abgesang auf die Architektur wirken könnte, oder auf die intellektuelle Tätigkeit im Allgemeinen, deckt hier hingegen den ihr innewohnenden radikal-politischen Charakter auf.39 Die Ideologiekritik ist nur der erste Schritt hin zur Gründung einer „scienza operaia / Arbeiter*innenwissenschaft“: „Von der Kritik der Ideologie ist es nötig, zur Analyse der Planungstechniken überzugehen und nach ihren konkreten Beziehungen zu den Produktionsverhältnissen zu fragen.“40 Vor diesem operativen Übergang ist es jedoch notwendig, die Kritik der Ideologie auf die gesamte historische Entwicklung der modernen Intellektualität auszuweiten. Genau das wird für den architektonischen Bereich die Aufgabe des Aufsatzes von Tafuri sein, den er 1969 in Contropiano veröffentlichte, und der als eine Geschichte der modernen Architekturideologie angesehen werden kann, als einer Disziplin in ständigem labilem Gleichgewicht zwischen Projekt und Utopie. Der Diskurs beginnt mit der Aufklärung, als die Architektur sich den bourgeoisen Ideologien zur Verfügung stellte und diese „intellektuellen Antizipationen“41 auszuarbeiten begann, die zur Herausbildung echter und eigenständiger „ideologie architettoniche / Architekturideologien“ führten, zunächst überwiegend im urbanistischen Bereich auffindbar, um dann in den verschiedenen urbanistischen Entwürfen des frühen 20. Jahrhunderts regelrecht zu explodieren.

Nach Tafuris Meinung zeigt sich tatsächlich hier unmissverständlich der Widerspruch zwischen Projekt, wie am Beispiel des Versuchs einer sozialdemokratischen Organisation der kapitalistischen Großstadt, und Utopie, wie im Falle des Plan Obus von Le Corbusier für Algier. Aber auch dieses letzte Projekt, „die weitestgehende theoretische Hypothese der modernen Urbanistik“,42 wird für Tafuri dazu bestimmt sein, in der umfassenderen „crisi internazionale dell'architettura moderna / internationalen Krise der modernen Architektur“43 unterzugehen. Wenn also die moderne Architektur entdeckt, dass die Ideologie des Entwurfs nach 1929 mit der Ideologie der kapitalistischen Annektierung übereinstimmt, schwindet jede Möglichkeit, alternative und außerhalb des Masterplans liegende Räume vorzuschlagen: „Die Architektur als Ideologie des Plans wird durch die Wirklichkeit des Plans überrollt.“44

Die einzige Möglichkeit, tatsächlich politisch zu arbeiten, ist deshalb die Kritik vom Standpunkt der Arbeiter*innenklasse aus, mit einer Kritik, die dann das architektonische Projekt selbst an Effizienz übertrifft. Auf dieser Überlegung basiert das historiographische Werk von Contropiano und das nachfolgende von Tafuri, der schreibt „eine kohärente marxistische Kritik der architektonischen und urbanistischen Ideologie kann nur kontingente und historische Realitäten entmystifizieren, die keinesfalls objektiv bzw. universell sind und die sich hinter solchen Sammelbegriffen wie Kunst, Architektur, Stadt verbergen“.45 Aufgabe des Historikers ist es also zu de-mystifizieren, also die mystische Patina abzukratzen, die die neue Praxis der operativen Historiographie bestimmten Episoden der Geschichte der modernen Architektur zuschreiben wollte. In Contropiano übernimmt es Tafuri, der Ideologiekritik im architektonischen Bereich historische Tiefe zu verleihen, indem er ihre Grenzen auf das gesamte Spektrum der Moderne ausweitet: Hier deckt die Architektur in der Tat den Widerspruch ihres eigenen Status auf, ihr ständiges Oszillieren zwischen Utopie und nüchternem Realismus, zwischen Projekt und Utopie, von ihr vereint und die, wie Giorgio Ciucci bemerkt, in Tafuris Texten zur Methode Konjunktion-Disjunktion wird.46


V. Désenchantement au pouvoir

#Widerspruch

Im Jahr der „Fantasie an der Macht“ reagiert Venedig mit Ernüchterung.47 Nur mit dieser vollständigen Desillusionierung ist es möglich, das „dramma / Drama“ der Moderne zu analysieren, in das die Architektur und die anderen intellektuellen Disziplinen involviert sind, ohne in Ideologismus zu verfallen. Das gesamte kritische Projekt von Contropiano basiert auf der Messung der fortschreitenden Reduktion von Bewohnbarkeit und Effizienz der Praxis intellektuellen Arbeitens der Moderne. Wenn sich also zu Beginn des 20. Jahrhunderts diese ideologische Entleertheit der Disziplin vervollständigt – jetzt „erzwungene Reduktion [...] auf reine Architektur“48 in der Weimarer Republik, im roten Wien genau wie im post-revolutionären Russland –, ist „das Verschärfen der Antithesen, der Frontalzusammenstoß der Positionen, die  Betonung der Widersprüche“49 der einzig mögliche Weg.


Matteo Trentini ist Architekt und hat an der Accademia di Architettura in Mendrisio (CH) zur 1968 gegründeten Zeitschrift Contropiano promoviert. Seine Texte wurden unter anderem in Costruire, Il Giornale dell‘Architettura, Il Manifesto veröffentlicht.

1

Manfredo Tafuri: Kapitalismus und Architektur. Von Corbusiers “Utopia” zur Trabantenstadt, Hamburg / Westberlin: VSA 1977, S. 132.

2

Ebd.

3

Tafuri: Kapitalismus und Architektur, a. a. O., S. 11.

4

Alberto Asor Rosa: „Le armi della critica. Scritti e saggi degli anni ruggenti, 1960-1970“, Turin: Einaudi, 2011.

5

Zur Besetzung der römischen Fakultät siehe von Luisa Passerini: „History as project: An interview with Manfredo Tafuri“, in: ANY,Nr. 25–26, 2000, S. 10-70.

6

Rossana Rossanda: L’anno degli studenti, Bari: De Donato Editore, 1968, S. 13ff.

7

Rossanda, L’anno degli studenti, a. a. O., S. 17ff.

8

Rossanda, L’anno degli studenti, a. a. O., S. 57.

9

Michela Maguolo: „Gli anni tempestosi“, in: Guido Zucconi, Martina Carraro (Hrsg.): Officina IUAV, 1925–1980. Saggi sulla scuola di architettura di Venezia, Venedig: Marsilio, 2011, S. 182ff.

10

Vgl. Marco de Michelis: „I documenti della protesta degli studenti dello IUAV“, in: Movimento Studentesco (Hrsg.): Documenti della rivolta studentesca, Bari: Laterza, 1968, S. 170–218.

11

Rossanda, L’anno degli studenti, a. a. O., S. 60.

12

Francesco Dal Co: „Riscoperta del marxismo e problematica di classe nel movimento studentesco europeo. Rudi Dutschke“, in: Contropiano, Nr. 2, 1968, S. 423–443.

13

Rudi Dutschke: „Le contraddizioni del tardo capitalismo, gli studenti anti-autoritari e il loro rapporto con il Terzo Mondo“, in Rudi Dutschke u.a.: La ribellione degli studenti, Mailand: Feltrinelli, 1968; vgl. auch Contropiano, Nr. 2, 1968, S. 423.

14

Alberto Asor Rosa: „Dalla rivoluzione culturale alla lotta di classe. Note sulla tematica anti-istituzionale del movimento studentesco“, in: Contropiano, Nr. 3, 1968, S. 467–504.

15

Asor Rosa, „Dalla rivoluzione culturale alla lotta di classe“, a. a. O., S. 470.

16

Ebd.

17

Passerini, „History as project: An interview with Manfredo Tafuri“, a. a. O., S. 39.

18

Tafuri, Kapitalismus und Architektur, a. a. O., S. 8.

19

O. A.: „Primo bilancio“, in: Contropiano, Nr. 2, 1968, S. 241.

20

Ebd.

21

Ebd.

22

Mario Tronti: Noi operaisti, Rom: DeriveApprodi, 2009, S. 43.

23

Manfredo Tafuri: „Avvertenze alla seconda edizione“, in (ders.): Teorie e storia dell’architettura, Rom-Bari: Laterza, 1968, S. XI.

24

Sven-Olov Wallenstein: Architecture, Critique, Ideology, Stockholm: AXL Books, 2016, S. 25.

25

Manfredo Tafuri: „Per una critica dell’ideologia architettonica“, in: Contropiano, Nr. 1, 1969, S. 57.

26

Werner Sombart: „Tecnica e cultura“ (Orig.: „Technik und Kultur“, 1911), in: Tomás Maldonado (Hrsg.): Tecnica e cultura. Il dibattito tedesco tra Bismarck e Weimar, Mailand: Feltrinelli, 1979, S. 146.

27

Manfredo Tafuri: „Lavoro intellettuale e sviluppo capitalistico“, in: Contropiano, Nr. 2, 1970, S. 251.

28

Massimo Cacciari: Metropolis. Saggi sulla grande città di Sombart, Endell, Scheffler e Simmel, Rom: Officina edizioni 1973, S. 40.

29

Gropius schreibt wörtlich: „I tried to solve the ticklish problem of combining imaginative design and technical proficiency.“ – Zit. nach Walter Gropius: The new architecture and the Bauhaus, Cambridge/Massachusetts: MIT Press 1965, S. 52.

30

Francesco Dal Co: „Note per la critica dell'ideologia dell'architettura moderna: da Weimar a Dessau“, in: Contropiano, Nr. 1, 1968.

31

Dal Co, „Note per la critica dell'ideologia dell'architettura moderna: da Weimar a Dessau“, a. a. O., S. 153.

32

Dal Co, „Note per la critica dell'ideologia dell'architettura moderna: da Weimar a Dessau“, a. a. O., S. 155.

33

Manfredo Tafuri: „Socialdemocrazia e città nella Repubblica di Weimar“, in: Contropiano, Nr. 1, 1971, S. 212.

34

Ebd.

35

Ebd.

36

Tafuri, „Socialdemocrazia e città nella Repubblica di Weimar“, a. a. O., S. 216.

37

Max Weber: La scienza come professione, Turin: Einaudi 2001 [1917], S. 40.

38

Tafuri: „Lavoro intellettuale e sviluppo capitalistico“, a. a. O., S. 254.

39

Zum Thema des vermuteten Todes der Architektur siehe: Marco De Michelis: „Manfredo Tafuri und der Tod der Architektur“, in: ARCH+ 229: „Am Ende: Architektur / 50 Jahre ARCH+“, 2017, S. 36-45.

40

Tafuri, Kapitalismus und Architektur, a. a. O, S. 9.

41

Tafuri, Kapitalismus und Architektur, a. a. O, S. 32.

42

Tafuri, Kapitalismus und Architektur, a. a. O, S. 95.

43

Tafuri, Kapitalismus und Architektur, a. a. O, S. 100.

44

Tafuri, Kapitalismus und Architektur, a. a. O, S. 101.

45

Ebd.

46

Giorgio Ciucci: „Gli anni della formazione“, in: Casabella, Nr. 619/620, 1995, S. 12.

47

Alberto Asor Rosa: „Critique of ideology and historical practice“, in: Casabella, Nr. 619/620, 1995, S. 33.

48

Tafuri: Kapitalismus und Architektur, a. a. O, S. 101

49

Tafuri: „Avvertenze alla seconda edizione“, a. a. O., S. 270.

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