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Das Forschungsprojekt »Rechte Räume« operiert seit 2018 nicht nur mittels Publikationen, sondern wesentlich durch rassismus- und antisemitismuskritische Walks in Berlin, Mannheim, München, Nürnberg und Frankfurt am Main, die filmisch dokumentiert wurden. Die Methode geht auf eine Exkursion von Rom nach Berlin im Herbst 2018 zurück, die in die ARCH+ 235: Rechte Räume – Bericht einer Europareise mündete. Der erste Rundgang, der filmisch dokumentiert wurde, fand in Mannheim statt, in Kooperation mit dem Nationaltheater NTM und dem Stadtarchiv MARCHIVUM. Wir haben dort Orte aufgesucht, die in der Zeit vor 1933, während des Nationalsozialismus und nach 1945 als ideologisch umkämpfte »Rechte Räume« gelesen werden können. Die späteren Rundgänge thematisieren gebaute Spuren kolonialer Geschichte, des historischen Faschismus und die Kontinuitäten rechter Ideologien bis heute. Zu Wort kommen Expert:innen, Künstler:innen und Bündnisse, die verdrängte, vergessene und überbaute Geschichten in Erinnerung rufen.
Die »Rechte Räume«-Forschung folgt einer zentralen Einsicht: Architektur fungiert als Kampffeld eines politischen Rollbacks, in dem rechte Akteur:innen mit Begriffen wie Schönheit, Heimat und Seele hantieren, um ihre Ideologien im städtebaulichen Diskurs zu normalisieren. Die politische Rechte weiß traditionalistische Architektur für ihre Zwecke zu nutzen. Diese Instrumentalisierung gilt es offenzulegen.
Redaktion:
Leo Herrmann, Sandra Oehy
© IGmA/BBSR