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Der Titel wurde von meinen Kolleg:innen durchaus ironisch formuliert: Die historische Grand Tour war eine Bildungsreise des europäischen Adels und Bürgertums, die im 18. und 19. Jahrhundert vor allem nach Italien führte und einen spezifischen ästhetischen Blick einübte. Diesen Blick kritisch zu wenden – ihn auf die eigene Region anzuwenden und dabei die eingeübten Wahrnehmungsmuster zu hinterfragen – war das Ziel dieser Exkursion.
Das Seminar fand 2018 statt, im Jahr des 50-jährigen Bestehens des IGmA und zugleich im ersten Semester eines neuen Teams. Beides war Anlass, sich der eigenen Position zu vergewissern. Immerhin befinden wir uns in einem Bundesland, das Ende der 1960er Jahre die Hochschule für Gestaltung in Ulm abwickelte und in dem sich, wie Jürgen Habermas es für die Moderne insgesamt beschrieben hat, progressive und konservative Kräfte bis heute im Feld der Architektur gegenüberstehen. Die Dokumentation von unseren damaligen Studierenden Sylvia Brüstle, Johannes Pojtinger und Philipp Deilmann befragt diese widersprüchliche Baukultur: Wie werden Arbeiten, Wohnen, Konsum, Stadt- und Landleben wahrgenommen? In Interviews mit Martina Baum, Arno Lederer und Werner Sobek werden unterschiedliche Perspektiven beleuchtet. Die Reise durch die eigene Umgebung wird so zur Übung in kritischer Distanznahme.
Redaktion:
Leo Herrmann, Sandra Oehy
© IGmA/BBSR